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Wer sind Sie heute am meisten?

Wie unsere Energie in unsere Rollen fliesst, was förderlich ist und was uns beschränkt.

Rollen gibt es überall in unserem Leben. Sei dies im Privaten (Elternteil, Sohn, Freundin, Partner, Kollegin usw.) oder im Beruflichen Leben (Führungsperson, Mitarbeiterin, Fachspezialist, Seelsorgerin etc.). Jede und Jeder von uns ist irgendwo und irgendwie in Rollen aktiv eingebunden und Teil von etwas Grösserem (Team, Familie, Verein, Gesellschaft…).

Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, welche Rollen Sie in Ihrem Leben gerade einnehmen? Und haben Sie dabei auch feststellen dürfen, wie unterschiedlich Sie mit Ihren Rollen Ihre Lebensbereiche gestalten?
 
Die Vielfalt der Rollen macht das Leben abwechslungsreicher und manchmal auch anspruchsvoller. Wir wechseln laufend von einer Rolle in die andere und sind uns dies in der Regel nicht bewusst. Stecken wir unbewusst in unseren Rollen mit all den daran gebundenen Aufgaben und Erwartungen fest, kann dies belastend sein. Dies auch, weil uns nicht klar ist, was wirklich zu unseren Rollen gehört und was nicht; welche Erwartungen zwingend erfüllt werden sollten und welche nicht zu uns gehören.

 

Mangelndes Rollenverständnis und gefallen wollen

Sind wir uns nicht klar, welche Rollen wir innehaben und wie wir selbst diese ausfüllen wollen, kann sich dies zu einer Falle entwickeln: das Bedürfnis in der Rolle zu gefallen, kann das eigene Selbstwertgefühl senken.

Uns wurde in vielen Fällen beigebracht, was andere Menschen von uns erwarten und wie eine Rolle ausgefüllt werden sollte. Das begann bei vielen von uns bereits im frühen Kindesalter und hat sich durchs Leben und Berufsleben durchgezogen. Kennen wir uns nicht gut, entscheiden wir uns unbewusst dafür, so zu sein, wie es von uns erwartet wird. Sitzen wir in dieser Falle, geben wir uns grosse Mühe, anderen zu gefallen und die Rollen so auszufüllen, wie man es von uns erwartet. Wer «man» auch immer ist.

Die Auseinandersetzung mit den eigenen Rollen und dem eigenen Verständnis, kann helfen, sicherer und klarer eine Rolle einzunehmen und diese in der Form zu gestalten, wie Sie selbst darin zufrieden und energievoll wirken können.

 

Haben Sie einen Überblick über Ihre Rollen?

Sind Sie sich betreffend Ihre Rollen selbst im Unklaren, wirkt sich dies auch auf Ihr Umfeld aus. Zwar kann an jede Rolle ein Beipackzettel gehängt werden, der die Rolle definiert, doch es ist nicht Ihr Verständnis und auch nicht das, was Ihr Umfeld in der jeweiligen Rolle von Ihnen erwartet.

 

Was können Sie tun?

Viele von uns definieren sich über ihre Rollen. Rollen, die uns erfüllen oder uns belasten können. Gelingt es, dass Sie sich eine Übersicht über Ihre Rollen verschaffen, können Sie mehr Klarheit darüber gewinnen, welche Erwartungen jeweils an diesen Rollen hängen. Und Sie werden auch erkennen können, welche Rollen für Sie erfüllend sind und welche belastend. D.h. wo fliesst Energie ab und aus welchen Rollen erhalten Sie Energie?

Kleine Übung – 6 Schritte zu mehr Klarheit in Ihren Rollen

Ein Stift und ein Blatt Papier helfen Ihnen, Ihre Rollen-Landkarte zu erstellen und Ihre Einsichten festzuhalten:

  1. Wie sieht Ihr normaler Alltag aus und welche Rollen nehmen Sie an einem solchen Tag ein? Erstellen Sie dazu eine Übersicht mit all Ihren Rollen.
  2. Klären Sie die an die Rollen geknüpften Erwartungen. D.h. notieren Sie sich zu allen Rollen die Erwartungen der anderen und auch Ihre Erwartungen.
    Kennen Sie die Erwartungen der anderen nicht und sind die Personen oder Gremien für Sie wichtig, unbedingt die Erwartungen klären und nicht von Annahmen ausgehen.
  3. Betrachten Sie nun Ihre Übersicht:
    – Gibt es Rollen, bei denen Sie ähnliche Erwartungen haben?
    – Gbit es Rollen und Erwartungen, die immer wieder im Widerspruch stehen?
    – Bei diesen Rollen dürften immer wieder Konflikte auftauchen oder Sie kosten sehr viel Energie.
  4. Welchen Erwartungen wollen Sie gerecht werden? Und welchen nicht?
    Allen Erwartungen gerecht zu werden, ist nicht Sinn und Zweck unseres Lebens. Wichtig jedoch ist, dass Sie sich bewusst überlegen, welchen Erwartungen Sie nachkommen wollen und warum. Überlegen Sie sich auch, wie und in welchem Mass Sie Ihren eigenen Erwartungen an sich in der jeweiligen Rolle gerecht werden wollen und können.
  5. Haben Sie in Ihrer Rollenübersicht ein klareres Bild gewonnen, gibt Ihnen dies die nötige Sicherheit, um zum einen die eigenen Erwartungen in die Rolle einzubringen und zum anderen, von Erwartungen, die Sie nicht erfüllen wollen oder können Abstand zu nehmen.
  6. Diese Sicherheit verhilft Ihnen, Ihre diesbezüglichen Anliegen klar zu kommunizieren. Sie werden erkennen, dass dadurch auch in belasteten Rollen mehr Klarheit und mehr Leichtigkeit möglich ist oder Sie sich sogar von Rollen verabschieden können, die nicht zu Ihnen passen.

Nehmen Sie sich für diese kleine Übung etwas Zeit. Nicht nur für Sie persönlich wird diese Übersicht Klarheit bringen, auch in Partnerschaft und Teams kann ein regelmässiger Austausch darüber sehr hilfreich sein. Viele Spannungen und Konflikte lassen sich auf unklare Rollen und mangelndes Rollenverständnis zurückführen.

Indem Sie für sich die Rollen geklärt haben und sich auch bewusst sind, welche Rollen Sie innehaben, haben Sie ein grösseres Bewusstsein für sich und andere geschaffen. Dies erleichtert Ihnen, klarer und achtsamer in einzelne Situationen hineinzugehen und rascher zu erkennen, in welcher Rolle Sie wie gefragt sind.

Ihnen wünsche ich hilfreiche Einsichten für sich und Ihr Umfeld.

Wir dürfen nicht zulassen, dass uns die begrenzten Wahrnehmungen anderer definieren.

Virginia Satir

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Innere Leere und wie damit umgehen

Einer meiner Kunden kam kürzlich in ein Akasha Connecting, weil er sich immer wieder, wie er sagt, in die falschen Frauen verliebt. Die Beziehungen dauerten nie länger als ein paar Monate, selten drei bis vier Jahre. Er selbst war Mitte vierzig und kannte keine längeren Beziehungen.

Während dem Prozess zeigte sich in ihm eine grosse Leere, welche er mit immer neuen Beziehungen versuchte zu füllen. War die erste Verliebtheit verschwunden, brauchte es den nächsten Kick. Dies war entweder etwas Sportliches, Berufliches oder eben eine neue Beziehung und damit verbunden, die Aufmerksamkeit und die Bestätigung durch eine andere Person.

Das Bild, das uns gezeigt wurde, war ein Gefäss mit einem grossen Loch, auf welches immer wieder eine Schicht geklebt wurde. Wie sich herausstellte, um die innere Leere nicht fühlen zu müssen.

Was ist innere Leere?

Sie haben möglicherweise Momente oder Phasen der inneren Leere erfahren. Ich habe die innere Leere in verschiedenen Ausprägungen während eines Burnouts erfahren und weiss, wie es sich anfühlt, nichts zu fühlen.

Das Gefühl der inneren Leere wird von Menschen unterschiedlich wahrgenommen und beschrieben.

Für viele kann es aus einem tiefen Gefühl der persönlichen Unerfülltheit, Unzufriedenheit, dem Fehlen von Sinn im Leben beschrieben werden. Für andere entsteht eine innere Leere aus einer Erschöpfung heraus oder aufgrund von Trauer oder noch anderen Gründen.

Der Versuch, die innere Leere mit etwas Besonderem zu füllen oder zu überdecken, wie beispielsweise Substanzen, Essen, Käufe, Arbeit usw. scheint ebenfalls für viele zu gelten. Diese Strategien helfen häufig nur kurzfristig, wie sich auch mit eingangs beschriebenem Beispiel zeigt.

Anhand des Beispiels kann innere Leere auch als emotionaler Hunger beschrieben werden. Hunger als Sehnsucht, sich lebendig und in Verbindung mit sich und der Welt zu fühlen.

Innere Leere ist für uns Menschen eine der unangenehmsten Zustände. Viele davon Betroffenen versuchen mit allen Mitteln, diesen Zustand nicht zuzulassen, durch Handlungen im Aussen davon abzulenken und zu verdrängen. Eine Strategie, nebst den bereits beschriebenen kann sein, Bestätigung bei anderen suchen. Wie in meinem Beispiel dargelegt.

Erkennen Sie sich darin wieder? Welche Strategien nutzen Sie, um sich Ihrer inneren Leere nicht stellen zu müssen?

Wie «fühlt» sich innere Leere an?

Innere Leere ist ein Zustand, in dem Gefühle abhandengekommen sind und man sich trotz Menschen um sich herum einsam oder fehl am Platz fühlt. Ein paar Hinweise können Ihnen helfen, innere Leere noch besser zu erkennen:

  • Es passiert viel um Sie herum und es berührt Sie nicht > Emotionslosigkeit «ich fühle nichts».
  • Innerlich hohl fühlen, inneres Vakuum > «…fühle mich unendlich leer.»
  • Funktionieren, ohne zu leben > «… Gefühl, nur noch zu funktionieren und nicht mehr zu leben».
  • Sie verlieren die Kontrolle bei Aktivitäten, die ablenken > Kontrollverlust «…essen bis ich platze oder trinken bis mir schlecht wird…»
  • Sie schotten sich von Ihren Mitmenschen und der Umgebung ab > Einsamkeit.
  • Sie haben keine Energie und Motivation irgendetwas zu unternehmen. Energie reicht zum Erfüllen der Pflicht. > «…sich zu nichts aufraffen können»
  • Sie erkennen den Sinn Ihres Lebens und den Platz in Ihrem Leben nicht > Fehlender Lebenssinn «…was soll ich da, was hat es für einen Sinn hier zu sein?»
  • Sie suchen bei allem, was Sie tun nach Bestätigung von anderen – sei dies bei der Arbeit oder auch im persönlichen Umfeld inkl. Familie


Erste Schritte, wie Sie mit Ihrer inneren Leere umgehen können

Akzeptanz

Die Situation und den Zustand zu akzeptieren, wie er ist, war für mich am Anfang ganz schwierig, weil ich immer noch gedacht habe, das gebe sich wieder.

Als es mir gelang, die Situation und meinen Zustand zu akzeptieren, war der Zustand zwar noch nicht besser, doch war dies wie ein wichtiger Schritt im Prozess des wieder gesund Werdens.

Akzeptieren kann heissen:

  • Akzeptieren, dass Sie sich in diesem Zustand befinden
  • Akzeptieren, dass Sie noch nicht wissen, wie der Weg aus diesem Zustand heraus zu kommen, aussieht
  • Akzeptieren, dass ein «Pflaster» das darunterliegende Thema nicht heilt und es möglicherweise auch nicht von heute auf morgen erledigt ist
  • Akzeptieren, dass ein Prozess vor Ihnen liegt, der auch darin besteht, dass Sie sich selbst zuwenden und Ihrem Inneren Raum und Zeit geben

Gelingen Ihnen diese akzeptierenden Schritte und sind Sie bereit, sich auf einen Gesund-Werdens-Prozess einzulassen, vermeiden Sie auch, dem bestehenden Leid noch weiteres hinzuzufügen.

Sie werden Schritt für Schritt auch realisieren, wann Sie wieder Ihre schädlichen Strategien anwenden wollen und können etwas dagegen unternehmen. Auch wenn es zu Beginn einfach ein selbstauferlegtes Stopp-Schild ist, wenn Sie zuviel essen, trinken, Computerspiele nutzen usw.

Erkunden möglicher Ursachen

Oft ist nicht auf den ersten Blick klar, was die Ursachen für die innere Leere ist. Nehmen Sie sich dafür Zeit. Auch kann professionelle Hilfe durch ein Coaching hilfreich sein, um sich den eigenen dunklen Stellen zuzuwenden.

Beim Erkunden der Ursachen, kann ein Blick in die Vergangenheit helfen. Und dabei meine ich ein Blick, der über die kürzliche Vergangenheit hinaus geht in die Kindheit und Jugend. Gerade im Kindesalter entwickeln wir aufgrund von Erlebnissen Strategien, die uns damals geholfen haben, mit emotionalen Schmerzen umzugehen.

Oft handeln wir auch im späteren Leben aus diesen damaligen Strategien heraus und verhindern damit, starke negative Gefühle oder schützen uns vor Verletzungen. Mit diesen Strategien aus der Kindheit verhindern wir jedoch auch, dass wir im heutigen Lebensabschnitt andere Möglichkeiten benötigen und meist auch haben oder zumindest entwickeln können, um mit den heutigen Situationen neu umzugehen.

Gelingt es Ihnen, für die Wunden von damals, welche Sie zugeschüttet haben, Heilung zu finden, gelingt es Ihnen auch, den Weg aus der inneren Leere zu finden.

Achtsamkeit- im Hier und Jetzt leben

Um in den Moment, ins Hier und Jetzt zu kommen, hilft nur eines: ATMEN
Konzentrieren Sie sich immer wieder für ein paar Minuten auf Ihren Atem. Nichts holt Sie so rasch ins Jetzt zurück, wie diese kleine Übung.

Diese Atem-Pausen verhelfen Ihnen wieder, sich im Moment wahrzunehmen und Sie werden merken, dass sich damit nach einiger Zeit auch Ihre Wahrnehmung verändert. D.h. dass Sie bei regelmässiger Anwendung der Atem-Pausen wieder mehr Lebendigkeit wahrnehmen können. Probieren Sie es aus.

Mehr dazu in meinem Blog: Innerer Frieden – und was Ihnen das Leben im Hier und Jetzt bringt

Wie hat ein Akasha Connecting meinem Kunden geholfen?

Mit Hilfe der Verbindung zu seiner Akasha Chronik konnten die Ursachen und die Hintergründe für seine innere Leere entdeckt werden.

In einem nächsten Schritt hat er mit Hilfe der Übermittlungen aus seiner Akasha Chronik, die mit der Ursache verbundenen Erfahrungsenergien und die alten Verbindungen gelöst sowie das Energiefeld energetisch gereinigt.

Die ihm aus der Akasha Chronik übermittelten konkreten Hilfestellungen und nächsten Schritte ist er nun am Anwenden und Erfahrungen sammeln. Dadurch hat sich die Situation bereits stabilisiert.

Die Beschreibung des Akasha Connectings finden Sie auf meiner Webseite


Du kannst deine Augen schliessen, wenn du etwas nicht sehen willst, aber du kannst nicht dein Herz verschliessen, wenn du etwas nicht fühlen willst.

Johnny Depp
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Leaders-Talk: Die Austausch-Plattform für Führungspersonen

Diese Austauschplattform richtet sich an Führungspersonen, welche konzentriert und regelmässig auf ihre Führungsfragen Antworten und Lösungen finden wollen.

Leaders-Talk ist in Anlehnung an die kollegiale Beratung gestaltet mit der Idee, aktuelle Herausforderungen oder Fragen aus dem Führungsalltag in einer Gruppe auf Augenhöhe zu reflektieren und gemeinsam Lösungsideen zu entwickeln oder Antworten zu finden.

Ihr Nutzen

  • Gemeinsam mit anderen Führungspersonen finden Sie in einer moderierten Sitzung praxisnahe Lösungen zu Fragen, Themen, Herausforderungen, die Sie gerade beschäftigen.
  • Der Austausch findet innerhalb eines geschützten Raums auf Zoom statt.
  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestimmen die Themen, d.h. wenn Sie Ihre Fragestellung, Ihr Thema einbringen, können Sie damit rechnen, mit einer Lösungsidee bzw. Antworten aus der Sprechstunde zu gehen.
  • Ziel dieser «Online-Sprechstunde» ist es, die eigenen Erfahrungen und das eigene Wissen zu teilen, um gemeinsam weiterzukommen.

Wer ist angesprochen?

  • Führungspersonen des unteren und mittleren Managements

Wann und wo finden der Leaders-Talk statt?

  • Termine: jeweils Montags 12. September, 10. Oktober, 14. November, 12. Dezember 2022
  • Zeit und Dauer: jeweils von 11.00 bis 12.00 Uhr (60 Minuten)  
  • Online auf Zoom; nach der Anmeldung erhalten Sie den Link zum Meeting-Raum.

Anmeldung

  • Auf Ihre Anmeldung mit einer eMail freue ich mich. Bitte geben Sie nebst Namen, Vornamen auch die Firma an.
  • Anmeldeschluss jeweils am Freitag vor der Online-Sprechstunde

Rückfragen

Haben Sie noch Fragen, zögern Sie nicht mich anzurufen 079 450 68 59 oder mir eine eMail zu schreiben.

Wichtig zu wissen

  • Der Leaders-Talk ersetzt kein persönliches Führungscoaching.
  • Der Rahmen ist streng vertraulich, es gilt die Chatham-House-Rule.
  • In diesem digitalen Format können pro Meeting max. 8 Führungspersonen teilnehmen.
  • Für die Durchführung des Leaders-Talk sind mind. 3 Führungspersonen erforderlich.



New Leadership ist shared Leadership.
Wir sind stärker zusammen!

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(Selbst-)Abwertung in der Kommunikation

Abwertungen kränken und verletzen! Ob ich die Abwertung zu mir selbst sage oder zu jemandem anderen, ich vergifte damit auch die Beziehung zu mir selbst oder zu anderen.

Abwertungen in der Kommunikation und besonders auch in Konfliktgesprächen, verhindern eine konstruktive Basis.


Im Kontakt mit anderen können Abwertungen sein

  • verbal oder non-verbal
  • Beschuldigungen
  • Die andere Person für die Situation verantwortlich machen
  • Lächerlich machen
  • Aussagen verdrehen oder übertreiben
  • Die andere Person nachäffen
  • Böse Absichten unterstellen
  • usw.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die andere Person in ein schlechtes Licht zu rücken. Und ich bin überzeugt, dass die eine oder andere Ihnen auch schon begegnet ist.

Kommuniziere ich ehrlich und echt?

Wollen wir unsere Kommunikation überprüfen und weiterentwickeln, beginnt der erste Schritt bei uns selbst.

Sind wir in unserer Mitte, d.h. befinden wir uns mit uns selbst im Reinen und wissen wir, wer wir sind und wer wir nicht sind, gelingt uns eine konstruktive Kommunikation viel leichter.

Benötigen wir Versteckspiele, ob bewusst oder unbewusst, sind diese in vielen Fällen Verhaltensmuster, die wir lange mit uns herumtragen. Aus der Position der Versteckspiele, gelingt uns eine ehrliche und echte Kommunikation in Situationen, wo wir uns unwohl fühlen, kaum. D.h. haben wir die Tendenz, uns selbst immer wieder abzuwerten, kommen wir weniger in die Situation, dem Gegenüber auf Augenhöhe zu begegnen, denn wir fühlen uns in irgendeiner Form minderwertig.

Echte Kommunikation ist beziehungsfördernd und für ein angenehmes und ehrliches Gespräch, insbesondere auch in einer Konfliktsituation, unerlässlich.


Ein erster Schritt: Reflexion der eigenen Kommunikation

Die eigene Kommunikation zu reflektieren fördert, sich selbst bewusster zu werden und Klarheit zu bekommen, was, wie und aus welchem Grund gesagt wird. Dies bietet sich nicht nur in Konfliktsituationen an, sondern auch dann, wenn wir bei uns selbst die Tendenz der Selbstabwertung wahrnehmen.

Wollen wir unsere Kommunikation verbessern, ist Selbstreflexion eine Möglichkeit, bei welcher Sie auch erkennen können, was gut gelingt, mit was Sie sich wohlfühlen und welche Ihrer Stärken Sie mehr einbringen dürfen.



Ein paar Fragen, die helfen können:

  • Wie habe ich mich im Gespräch wahrgenommen?
  • Wie habe ich die andere Person wahrgenommen? Was ist mir aufgefallen?
  • Was habe ich im Gespräch zu XY gesagt und was habe ich gemeint?
  • Was genau lässt mich so denken und fühlen?
  • Wie achtsam bin ich mit meiner Kommunikation mit mir selbst?
  • Werte ich mich ab und wenn ja in welchen Situationen?
  • Wie ehrlich und berechenbar bin ich für mich? Und für andere?
  • Möchte ich im Gespräch mein Gegenüber sein?
  • Wann und in welchen Situationen greife ich mein Gegenüber an?
  • Wann werde ich wütend und ungerecht?
  • Wann stelle ich andere in einer Gruppe bloss?


Selbstverantwortung für Gefühle und Bedürfnisse übernehmen,
ist ein ganz wichtiger Teil vom Tanz des Lebens!

So dass du niemals die Verantwortung deiner Gefühle,
deiner Bedürfnisse auf die Handlung eines anderen schiebst.

Marshall B. Rosenberg
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Von Selbst-Abwertung zu Selbst-Wert-Schätzung

Sie machen jemanden ein Kompliment und dann kommt eine eher «komische» Rückmeldung von Ihrem Gegenüber. Aussagen können sein «oh, das ist doch nicht der Rede wert» oder «das war jetzt Zufall…».

Vielleicht kennen Sie solche Momente der Selbstabwertung nicht nur von anderen, sondern auch von sich selbst. Ich jedenfalls realisiere immer wieder, wie subtil diese Selbstabwertung auch bei mir auftaucht. Sei dies bei meiner Arbeit oder sogar bei mir selbst als Mensch.

Selbstabwertung hat immer emotionale Konsequenzen. D.h. Scham, Schuld oder auch Wut, Eifersucht, Neid, Missgunst, Angst können der Selbstabwertung folgen.
 
Selbstabwertungen begegnen mir bei Führungspersonen genauso wie bei meinen Privatkundinnen und -Kunden, d.h. die Funktion und das Geschlecht stehen nicht im Vordergrund. Selbstabwertung scheint wie ein antrainierter Reflex zu sein, der bei manchen häufiger und bei anderen seltener auftritt. Bei manchen kann Selbstabwertung zu einer sehr destruktiven Form der Selbstsabotage werden.


Was ist Selbst-Wert-Schätzung?

Selbst-Wert-Schätzung sagt etwas darüber aus, wie und in welchem Mass wir uns selbst bewerten und respektieren, also wie wir mit unserer Würde, Selbstliebe, unserem Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Selbstachtung und unserer Selbstakzeptanz umgehen.

Selbstachtung und Selbstrespekt sagen etwas darüber aus, wie wir uns selbst wahrnehmen. Es sagt auch etwas darüber aus, wie wir mit unseren eigenen Schwächen oder unseren Eigenarten umgehen.

Ein gesunder Selbstwert geht einher mit positiven Gefühlen, gestärktem Vertrauen und Zuversicht in das Leben und die Begebenheiten des Lebens. Das Mass unserer Selbst-Wert-Schätzung zeigt sich häufig auch darin, in welchem Mass wir Andere und Anderes wertschätzen können.


Wie zeigt sich sich Selbst-Abwertung?


Es kann Phasen im Leben geben, wo das Selbst-Wert-Gefühl sinkt oder labil ist. Auch kann es sein, dass in bestimmten Lebensfeldern ein Mensch ein gut entwickeltes Selbst-Wert-Gefühl hat und in anderen weniger. Aus meiner Erfahrung und meinen Beobachtungen gibt es viele Formen der Selbstabwertung.  

Ein Beispiel aus meiner Coachingpraxis:
Eine jüngere Person hat vor einiger Zeit die Funktion einer Abteilungsleitung übernommen. Trotz vieler Erfolge zweifelt sie sich als Führungsperson immer wieder an. Aussagen, wie «ich bin eine Fehlbesetzung und die anderen haben es nur noch nicht gemerkt» oder «Das was ich tue, ist nicht der Rede wert. Die anderen machen dies ja auch…» sind nur zwei der Aussagen, die ich im Coaching-Prozess gehört habe.

Andere Menschen verwenden in ihrer Kommunikation Worte wie: „eigentlich, vielleicht, ein wenig, etwas, eventuell, man könnte, man müsste usw.“ und werten ihre eigenen Aussagen ab. D.h. die Person will nicht klar auftreten und versteckt sich und ihr Anliegen mit solchen Worten.



Woher kommt das mangelnde Selbst-Wert-Gefühl?

Häufig beginnt der Prozess der Selbstabwertung in der frühen oder gar frühesten Kindheit, im Elternhaus oder in der Schule und anderen sozialen Umfeldern. Ausgelöst durch Menschen (Eltern, Geschwister, Familienmitglieder, Lehrpersonen, Trainer usw.), die uns zu verstehen geben, dass wir nichts taugen, nichts wert sind, nichts können usw. Hört ein Kind dies oft genug, glaubt ein Kind diese Aussagen und verinnerlicht sie. Der Prozess geht so weit, dass irgendwann die gehörte Abwertung auf sich selbst angewendet wird.

Menschen mit einem angeschlagenen Selbst-Wert-Gefühl tragen häufig ein negatives Selbstbild in sich. Sie meinen wertlos, unfähig, mangelhaft, ungenügend zu sein. Diese mangelnde Selbstannahme zeigt sich im Verhalten, in der Sprache, den Worten.


Wie können Sie Ihr Selbst-Wert-Gefühl entwickeln und sich selbst mehr wertschätzen?

Selbstwert ist etwas ganz Persönliches und kommt nicht vom aussen. D.h. wir kommen nicht umhin, wollen wir unser Selbst-Wert-Gefühl und unsere Selbst-Wert-Schätzung entwickeln, uns mit uns selbst auseinander zu setzen.

Nachfolgend ein paar Möglichkeiten, die Ihnen helfen können, Ihren Selbstwert aufzubauen und eine gesunde Selbst-Wert-Schätzung zu entwickeln.
 

Abwertende Aussagen erkennen

Ein wichtiger erster Schritt, das Selbst-Wert-Gefühl wieder zu entwickeln ist, sich der Ursachen, Auslöser und Prägungen anzunehmen. Also die Muster, die dem abwertenden Verhalten zugrunde liegen, zu erkennen.

Ein paar Fragen können dabei helfen:

  • Mit welchen Sätzen, Aussagen, Worten, Gesten, Mimik werten Sie sich selbst ab?
  • Werden Sie sich bewusst, wann und wie das selbstabwertende Muster «anspringt». D.h. was oder wer die Auslöser sind.
  • Aus welchen Teilen besteht das Muster?
  • Beginnen Sie, dieses Verhalten zu beobachten, nehmen Sie schon ein erstes Mal Einfluss darauf und beeinflussen es.

 
In einem ersten Schritt ist es hilfreich, diese Aussagen zu notieren, zeichnen, malen, ganz wie es für Sie passend ist. Halten Sie Ihre Beobachtungen regelmässig fest. Das kann täglich sein oder immer dann, wenn Ihnen gerade eine selbstabwertende Aussage oder ein Verhalten widerfahren ist.

Nach ein paar Tagen oder Wochen, werden Sie eine Sammlung von Aussagen, Verhaltensweisen usw. erfasst haben, die Ihnen ermöglichen, die Frage nach dem Muster anzugehen und Tendenzen zu erkennen. Beispielsweise «wenn A ….macht, komme ich in grossen Stress und beginne meine Arbeit oder mich selbst abzuwerten…»
 

Arbeit mit Selbstannahme

Selbstannahme bietet Ihnen eine andere Möglichkeit. Dabei geht es darum, zu lernen, sich zu akzeptieren und anzunehmen, wie man ist. Schlussendlich können wir durchs Akzeptieren dessen, was wir wahrnehmen auch schrittweise etwas verändern.

Beispielsweise so: «Ich habe diese Art in bestimmten Momenten zu handeln. Ich als Person bin jedoch mehr als dieses Handeln.»
 

Tagesrückblick – Gut-Gelungen-Tagebuch

Nehmen Sie sich jeden Abend einen Moment Zeit und notieren, zeichnen, malen Sie, was Ihnen heute gut gelungen ist. Halten Sie alles fest – auch Kleinigkeiten.
 

Liebevoller Blick auf sich selbst

Sollten Sie die Tendenz verspüren, dass Sie gerne vergleichen und andere besser, schöner, intelligenter sind als Sie. Folgende Aufgabe kann helfen:
Finden Sie, dass jemand anderes etwas besser kann als Sie, notieren dazu für den anderen zwei positive Eigenschaften. Haben Sie diese notiert, kehren Sie den «Spiess» um und schauen auf sich selbst: in was sind Sie gut? Und notieren dazu auch zwei positive Eigenschaften. Bleiben Sie dabei in einer liebevollen Haltung sich selbst gegenüber.
 

Selbst-Ermutigung

Schreiben Sie sich eine Karte oder ein Post-It oder malen Sie für sich ein kleines Bild: der Inhalt sollte etwas sein, was Sie bestärkt oder ermutigt. Schauen Sie sich diese Sätze, Worte oder Bilder immer wieder an.
 

Selbstfürsorge

Zu diesem Thema verweise ich gerne auf meinen früheren Blog-Artikel «Selbstfürsorge – mehr als ein Wellness-Wochenende».


«Kein Mensch kann sich wohl fühlen,
wenn er sich nicht selbst akzeptiert.»

(Mark Twain)

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Innerer Frieden – und was Ihnen das Leben im Hier und Jetzt bringt

Gehören Sie auch zu den Menschen, die gedanklich gerne in der Zukunft weilen oder verharren Sie lieber in der Vergangenheit? Beides führt dazu, dass wir den Fokus verlieren und den gegenwärtigen Moment vergessen. Den Moment, wo wir aktuell gerade leben.

Wo immer wir uns mit unserer Aufmerksamkeit befinden, wir «bezahlen» diese Zeit mit unserer Lebenszeit.

Hängen Sie oft mit Ihren Gedanken in der Vergangenheit fest?

Zwischendurch in der Vergangenheit zu schwelgen, alte Fotos hervorzuholen und mit Freude und Dankbarkeit auf diese Momente zurückzuschauen, gehört zum Leben. Familienzusammenkünfte oder Klassentreffen sind gerade ideal dafür. 

Schwierig wird es dann, wenn Menschen mehrheitlich in der Vergangenheit leben. Jeder Mensch trägt wie ein Rucksack die Vergangenheit mit sich herum. Was wir in diesem Rucksack mittragen oder mitschleppen entscheiden wir jeden Tag selbst.

  • Haben Sie gelernt, Ihre Erfahrungen zu reflektieren, daraus zu lernen oder Erkenntnisse zu gewinnen und loszulassen?
  • Oder hängen Sie in der Trauer über Verlorenes oder nicht gewesenes, im Verlust einer Arbeitsstelle, eines Traums oder eines Menschen fest?
  • Grübeln Sie über verpasste Chancen nach?
  • Machen Sie sich vielleicht sogar Vorwürfe, empfinden Sie Scham und Schuld?

All die ungelösten Erfahrungen machen Ihren Lebensrucksack schwer, hindern Sie daran den Moment zu leben und auch zu geniessen.


Sind Sie mit Ihren Gedanken meist in der Zukunft?

Die Zukunft liegt vor uns, sie ist ungewiss und was wirklich eintreffen wird, ist trotz Ziele definieren und Planen unklar. Vieles kann nicht vorweggenommen werden.

Diese Ungewissheit macht vielen Menschen Mühe und sie sorgen oder ängstigen sich über das, was kommen mag. Es gibt Vieles was Angst machen kann, wie die Angst vor einer schlimmen Krankheit, dem älter werden oder Sorgen um die Kinder usw.

Sich im heute ängstigen für etwas was vielleicht eintrifft, ändert nichts. Bei näherer Betrachtung sind zudem viele Ängste ireal. Sich ängstigen und sich Sorgen machen über Etwas, das vielleicht eintrifft oder auch nicht, kostet wertvolle Lebenszeit und viel Lebensenergie.


Was heisst es, im Hier und Jetzt zu leben?

Das Leben findet in der Gegenwart statt, also gerade jetzt, während dem Sie diese Zeilen lesen oder auch wenn Sie mit Ihren Gedanken in der Vergangenheit hängen oder sich um die Zukunft sorgen.

Im Moment zu leben hilft, sich aus dem Strom der Gedanken zu befreien und sich nicht länger – wie ein Blatt im Wind – hin und her schubsen zu lassen.

Im Hier und Jetzt zu leben hat nichts damit zu tun, planlos durchs Leben zu gehen. Es dürfen Ziele gesetzt und geplant werden. Die Art und Weise, wie Sie mit Ihrer Vergangenheit oder der Zukunft umgehen, stärkt oder lenkt ab. Es liegt an Ihnen.


Tipps um im Hier und Jetzt zu leben

  • Kommen Sie ins Grübeln, stellen Sie sich in Gedanken ein grosses, rotes Stopp-Schild vor. Sagen Sie laut oder im Stillen zu sich selbst: STOPP. Steigen Sie bewusst aus der Grübel-Schlaufe aus.
     
  • Atmen Sie! Nehmen Sie sich eine Minute Zeit und atmen sie ein und aus. Beobachten Sie dabei Ihren Atem und konzentrieren Sie sich nur darauf. Nach einer Minute werden Sie feststellen, dass Ihr Gedankenkarussel stillsteht.
    Sie können «eine Minute atmen» mehrmals am Tag wiederholen, um immer wieder im Hier und Jetzt anzukommen.
     
  • Die kleinen Dinge geniessen. In jedem Leben gibt es Momente und Begebenheiten, die das Herz erfreuen und der Seele guttun. Ob dies der erste Kaffee am Morgen ist; die Sonne, die dabei gerade aufgeht oder eine Begegnung auf der Strasse spielt keine Rolle.
    Gelingt es Ihnen, diese kleinen Dinge in dem Moment, wo sie gerade geschehen, wahrzunehmen, gibt es jeden Tag etwas Besonderes. Und dieses Besondere geschieht nur im Hier und Jetzt und kann auch nur im Hier und Jetzt wahrgenommen werden.
     
  • Geniessen Sie den Weg oder das Ziel? Sind Sie ausschliesslich auf das Ziel fokussiert, verpassen Sie den Weg. Oder anders gesagt, wenn Sie eine Wanderung machen und Ihr Blick konstant auf den Boden gerichtet ist, verpassen Sie das was sich in der Umgebung ebenfalls noch zeigt.
    Entspannt laufen, den Blick schweifen lassen und sich die Freuden in der Umgebung gönnen und die Wanderung geniessen, hat ebenfalls viel mit dem Leben im Hier und Jetzt zu tun.
     

Nichts bringt Sie so schnell ins Hier und Jetzt, als wenn Sie mit Ihrer Wahrnehmung aus dem Kopf heraus gehen und den Körper wahrnehmen. Der Körper ist immer im Hier und Jetzt. Ihr Atem oder eine Meditation helfen Ihnen dabei.  


Erkenne zutiefst, dass der gegenwärtige Moment alles ist, was du jemals hast. Mach das Jetzt zum Hauptfokus deines Lebens.

(Eckhart Tolle)

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Warum führen Sie?

Haben Sie sich diese Frage schon einmal gestellt? Und haben Sie dabei spannende Einsichten über sich selbst entdeckt? Wie gelingt es Ihnen, diese Einsichten tagtäglich in Ihre Führungsarbeit zu integrieren und als Leader sicht- und spürbar zu sein?

Aus meiner Sicht lohnt es sich, sich diese Frage wie auch die folgenden Fragen immer wieder mal zu stellen, um selber auf einem inspirierenden Kurs zu bleiben und die Mitarbeitenden mit ins Boot nehmen zu können.

Fragen wie …

  • Wer bin ich?
  • Warum führe ich?
  • Wie möchte ich als Führungskraft wahrgenommen werden und in Erinnerung bleiben?
  • Was möchte ich als Führungskraft bewirken?
  • Welches sind meine Werte und Prinzipien?
  • Was ist mir wichtig in der Zusammenarbeit?

sollten am Anfang und unterwegs jeder Führungslaufbahn immer wieder stehen, um zu prüfen, was die eigene Ausrichtung, der eigene Kurs und die eigenen Motive sind.

Was Mitarbeiter:innen suchen

Mitarbeitende folgen Führungsperson, weil sie eine Vision, ein Ziel haben, das grösser ist als sie selbst. Eine Führungskraft inspiriert Mitarbeitende bei ihrem «WHY» – «WARUM». Mitarbeitende suchen ein Feld, um zu lernen, zu wachsen, sich zu entwickeln, erfolgreich zu sein – beruflich wie auch persönlich.

Menschen inspirieren

Gelingt es Ihnen als Führungsperson dieses WHY zum Ausdruck zu bringen, Menschen zu inspirieren und sie einzuladen, an Ihren Ideen teilzuhaben, werden sich die Mitarbeitenden mit Ihnen und Ihrem WHY verbinden. Ihr WHY wiederspiegelt Ihren Leadership-Charakter und Ihre Überzeugungen.

Die kritische Stimme

Mir ist bewusst und ich höre es immer mal wieder, dass die Konzentration auf Leadership-Qualitäten und nicht auf Fähigkeiten und Taktiken «zu soft» und «realitätsfremd» sei und nichts mit dem wahren Business zu tun habe, wo man noch durchgreifen und Klartext reden müsse, weil es Mitarbeitende nicht anders wollen oder wo Menschen sich gar nicht entwickeln wollen.

Jede Sichtweise widerspiegelt eine Position im Feld der Führung von Mitarbeitenden und einer Organisationseinheit. D.h. es gibt nicht nur das eine oder das andere. Oft braucht es Aspekte von beiden polaren Positionen, um die Führung, die es gerade braucht, rund zu machen.

Gleichwohl bin ich der Überzeugung, dass viele Probleme in der Mitarbeiterführung meist auf schwache, eigennützige Führung und oberflächliche Beziehungen zurück zu führen sind. Das Ergebnis sind unzufriedene und wenig produktive Mitarbeitende, frustrierte Führungskräfte, chaotische Kulturen und leistungsschwache Organisationen.

Führen ist eine Dienstleistung

Andere führen zu dürfen, ist eine Dienstleistung und ein Privileg und kein selbstverständlicher Anspruch, der mit der Funktion verbunden ist. Leute die andere Menschen führen, haben eine grosse Verantwortung. De facto sind sie «belastet» mit der Zeit, den Bemühungen, Hoffnungen, Träumen, Ambitionen und dem Selbstwertgefühl anderer Menschen.

Raus aus dem Mittelmass

Leadership zu übernehmen ist ein Privileg und eine Chance, in den Erfolg anderer und sich selbst zu investieren. Die Auseinandersetzung mit der Frage nach dem «Warum» kann helfen, leistungsstarke Teams zu bilden, die Produktivität zu steigern, Spitzenkräfte zu halten und eine respektvolle Mitarbeiterloyalität zu generieren. Also alles was letztlich zu mehr Erfolg führt.


Great leaders inspire greatness in others!

(Star Wars: The Clone Wars)

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Überholspur oder Pannenstreifen?

Fahren Sie mit Vollgas auf der Überholspur oder stehen Sie schon auf dem Pannenstreifen?

Tempo, Termindruck, Arbeitslast haben viele an die Grenze dessen gebracht, was Menschen verkraften können. Menschen leiden an Erschöpfung, Schlafstörungen, chronischen Kopfschmerzen, Burn-Out, Depressionen = Stresskrankheiten. Sie nehmen nicht erst seit der Pandemie zu.

Jahrelang galt für viele, es kann nicht zu viel Arbeit oder Druck geben, nur wie man damit umgeht und wie man sich damit organisiert, ist falsch. Dieses Kultivieren von Tempo und Leistung, hat ausser Acht gelassen, dass die Faktoren, die Menschen wirklich stressen und ausbrennen lassen, wenig mit Arbeitslast zu tun haben, sondern mit Sinnhaftigkeit, Zusammenarbeit und der Selbstbestimmung in der Arbeit und im Leben.

Trotz aller Tools und Techniken, die helfen, den beruflichen und privaten Alltag «im Griff zu haben», wird der Stress für viele immer grösser. Viele Menschen kommen mit den an sie gestellten Anforderungen nicht mehr klar. Was sind die Auslöser? Wer sind die Verantwortlichen? Was ist die Ursache Nr. 1?

Manche leisten mehr als andere – ohne Stress. Manche scheinen jedes Tempo mitgehen zu können. Sie bringen permanent Leistung, erreichen immer ihre Ziele, bleiben stets gelassen und behalten den Überblick. Und sie bekommen nie im Leben eine Sinnkrise oder ein Burn-out. Da stellt sich die Frage: Liegt das wirklich an der zeitlichen Organisation? Aus meiner Erfahrung – Nein. Eine Einsicht, die ich bei mir selbst und in vielen Beratungen und Coachings feststellen durfte.

Die alten Methoden haben ausgedient

Wollen wir von der Überholspur nicht auf dem Pannenstreifen landen, lohnt es sich, unsere Einstellungen zur Arbeit, zur Arbeitsorganisation zu prüfen. Es lohnt sich auch, einen Blick auf den Zusammenhang zwischen unserer Arbeit und unserem Leben zu werfen. Wer von Stress und Burn-out geplagt ist, braucht primär keine Techniken zur Selbstorganisation. Er oder sie braucht einen sensiblen und geschärften Blick für die Sinnhaftigkeit und die Steuerungen in der eigenen Arbeit, in den Beziehungen und im eigenen Leben. Und last but not least: er oder sie braucht den Zugang zur eigenen inneren Stimme und den Mut, diese wieder wahrzunehmen. Nur wer den Mut hat, sein Leben selbst an die Hand zu nehmen und Prioritäten nach eigenen Bedürfnissen und Überzeugungen zu setzen, kann uneingeschränkt über seine Ressourcen verfügen.

Mit diesen Überlegungen meine ich nicht, dass sofort der Job gekündigt, in den Tag hineingelebt oder ausgewandert werden soll. Auch kann und will nicht jede:r eine Führungsposition übernehmen und dadurch möglicherweise mehr Einfluss auf die Gestaltung der eigenen Arbeit gewinnen.

Wenn die Arbeit einen belastet und die Möglichkeiten des Zeitmanagements und der Arbeitsorganisation nicht mehr ausreichen, um den Stress in den Griff zu bekommen, hilft ein Blick in eine andere Richtung:

  • Wie erledige ich meine Arbeit? Mit Hingabe? Weil ich muss?
  • Arbeite ich nach meinen Prinzipien und meinen Prioritäten?
  • Kann ich selber bestimmen, wie ich bei meiner Arbeit vorgehe?
  • Gehe ich verantwortungsvoll mit meinen Aufgaben und mit meinen Ressourcen um?
  • Wie gut kenne ich meine Bedürfnisse und wie schaue ich darauf?
  • Kenne ich meine innere Stimme? Wie nehme ich Sie wahr? Kritisch? Antreibend? Wohlwollend?
  • Tue ich meine Arbeit im Bewusstsein, um meine eigene Grundrichtung, meine eigene Melodie?
  • Wie steht es in meinem Leben mit der Balance zwischen meiner Arbeit, meiner Familie, Beziehungen und meiner persönlichen Zeit?

Ihre Bilanz?

Wie sieht Ihre Bilanz aus, wenn Sie Ihre Lebens- und Arbeitssituation betrachten?

Nehmen Sie viel Übereinstimmung zwischen Ihrer aktuellen Tätigkeit und dem, wie Sie’s gerne hätten wahr? Fühlen Sie sich dabei zufrieden und am richten Ort? Freuen Sie sich darüber. Es scheint, dass Sie auf Ihrer Normalspur unterwegs sind und die Wahl haben. 

Oder stehen Sie eher auf der Seite, wie es einst Götz Werner, gesagt hat:

„Grosser Stress entsteht, wenn man etwas macht, das einem nicht entspricht, wenn man mit Aufgaben konfrontiert ist, mit denen man sich nicht innerlich verbinden kann.“

Wie stressvoll Sie Ihre Situation auch immer wahrnehmen, es lohnt sich zu prüfen, was Sie verändern können, bevor Sie auf der Überholspur die Bremse nicht mehr finden oder auf dem Pannenstreifen stehen und nicht mehr weiterkommen.


Wenn wir fremde Ziele zu unseren machen,
entsteht auf Dauer ungesunder Stress.

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Was hat Selbstwert mit Führung zu tun?

Stellen Sie sich vor, Sie sind eine junge Führungsperson und erstmals in einer Führungsrolle. Sie sind gut ausgebildet, voller Tatendrang und Sie freuen sich auf die neue Aufgabe. Ihre Leistungen sind hervorragend, zusammen mit Ihrem Team übertreffen Sie Ihre Ziele und Sie erhalten von Kunden Feedbacks für die hervorragende Arbeit von Ihnen und Ihrem Team.

Selbstwert und Erfolg

Für die meisten von uns, steigt mit dem Erfolg auch der Selbstwert – unser tiefes Gefühl für uns als Mensch. Erbringen wir bessere Leistungen, fühlen wir uns auch besser in unserer Haut. Das ist natürlich und auch in Ordnung. Doch was passiert, wenn die Leistung sinkt oder die Verkaufszahlen in den Keller gehen? Sind Sie oder Ihre Mitarbeitenden dann als Mensch weniger wert?

Koppeln wir unseren Selbstwert mit unserer Leistung, mit unseren Fähigkeiten oder einem Titel oder …. (Sie können die Leerzeichen selbst ausfüllen) geht unser Selbstwert auf und ab oder anders gesagt, er fährt Achterbahn auf unseren Leistungen oder unseren Schwächen und Fehlern.

Strategien, um ein geringes Selbstwertgefühl zu kompensieren

Die Strategien, die Führungspersonen mit einem an die Leistung gekoppelten Selbstwert anwenden, können je nach Zielerreichung vielfältig sein und dabei sind solche Führungspersonen auf den ersten Blick nicht immer introvertierte, stille Einzelkämpfer. Verfügen sie jedoch unter der Oberfläche um wenig Selbstwertgefühl, kann es zu einer herausfordernden Zusammenarbeit kommen.

Oberflächlich betrachtet, können solche Führungspersonen ein hohes Selbstwertgefühl ausstrahlen. Sie sind oft durchsetzungsfähig, handlungsorientiert und leistungsorientiert. Dazu können sie von Bewertungen besessen sein. Sie können auch misstrauisch sein und alle möglichen Kontrollmechanismen in ihre Führung und ihre Arbeit einbauen. Manche von ihnen werden als workaholic oder perfektionistisch bezeichnet.

Strategien, die Menschen mit geringem Selbstwertgefühl anwenden, können sein:

  • Ständige Bewertungen, auch wenn Bewertungen «positiv» daherkommen
  • Häufiges Beiziehen von früheren eigenen Arbeitserfahrungen und «genialen» Lösungen
  • Bestrebt, keine Fehler zu machen, nicht negativ aufzufallen; damit verbunden, Angst zu entscheiden
  • Streben nach Perfektion, Perfektion ist für sie der Massstab dafür «alles richtig zu machen»
  • Ständiger Fokus auf was sie nicht können und nicht auf was sie können; Selbstzweifel
  • Schwierigkeiten, Feedback oder Kritik anzunehmen oder zu tolerieren; oft reagieren sie mit Selbstrechtfertigung oder Gegenangriff; fühlen sich schnell angegriffen oder sind leicht kränkbar; schiessen womöglich mit Kanonen auf Spatzen
  • Neutrale oder positive Sichtweisen anderer werden schnell als negativ oder gegen sich gerichtet interpretiert; neutrale oder positive Deutungen zu Bemerkungen ihrer Mitmenschen fallen ihnen nicht ein
  • Hohe Kontrolle von sich und anderen Menschen; notfalls unter Einsatz von Angst oder Bedrohungen; schaffen von Unsicherheit
  • ICH steht vor WIR – viele Verweise auf «ich»; können auch andere Menschen und ihr Tun abwerten, um sich besser darzustellen oder andere Menschen belasten und Fehler abschieben
  • haben ein hohes Harmoniebedürfnis und gehen Konflikten – inneren wie äusseren – aus dem Weg; wenig Wahrnehmung und Gefühl für die eigenen Bedürfnisse
  • Eine oberflächliche Positivität, die für alle fast obligatorisch wird; man erzählt, was die Person hören will, ehrliche Gespräche und Offenheit werden weniger


Wenn es «lebensbedrohlich» ist, bei einem Fehler ertappt zu werden, muss dieser um jeden Preis versteckt werden; z.B. durch Lügen, Ausreden, Rechtfertigungen, Schuldzuweisungen an andere usw.
Ein geringes Selbstwertgefühl ist die Wurzel der meisten dieser Probleme. Es wird nicht ausreichen, alleine in die Fähigkeiten z.B. Entscheidungsfähigkeit zu investieren, wenn nicht an der Wurzel, dem geringen Selbstwert begonnen wird.

Geringes Selbstwertgefühl und Wirkung im Führungsalltag

Angenommen, die junge erfolgreiche Führungsperson erhält nach ein paar Jahren eine oder einen Vorgesetzten mit geringem Selbstwertgefühl. Diese Führungsperson führt Kontrollen, Reportings und ständiges Bewerten ein und nur sein oder ihr Vorgehen ist das richtige.

Wie wird sich das Arbeitsleben dieser jungen Führungsperson verändern? Es kann zum täglichen Albtraum werden und dazu führen, dass sie und andere Mitarbeitende ihre Motivation, ihre Freude und ihren Elan verlieren.

Hoffnung?

Gibt es Hoffnung an dieser Situation etwas zu verändern? Ich würde meinen ja. Menschen mit geringem Selbstwertgefühl sind durchaus intelligent. Wird ihnen bewusst, dass ihr sich ständiges beweisen müssen, mit geringem Selbstwert in Verbindung steht, können sie sich oft von dieser Last befreien. Sie lernen, sich zu entspannen und Fähigkeiten zu entwickeln, mit ihrem inneren Manager oder Tyrannen bewusster umzugehen, indem dieser nicht länger unkontrolliert das Steuer übernimmt.

In Situationen wie diesen vergessen wir gerne: Wer wir in unserem Wesen sind, ist nicht das, was wir tun. Jeder Mensch ist grösser als jede Art, wie er objektiviert oder beschrieben wird.

Was gewinnen Sie?

Gelingt es, Menschen darin zu unterstützen, ihren Selbstwert von Äusserlichkeiten wie Leistung, Rolle, Titel oder anderem abzukoppeln, werden Energien frei für

  • Innovation, Kreativität und Veränderung: denn wir sind nicht unsere Leistungen und Rollen (oder Herausforderungen, Entscheidungen, Urteile usw.). Die Energie, die einst in unseren destruktiven Vorstellungen von uns selbst gebunden war, kann frei werden und als kreative Ressource genutzt werden.
     
  • Lernen und erfahren: Gelingt es uns, uns weniger mit unseren Titeln, unserer Funktion oder unserer Leistung zu verbinden und diese als Massstab zu nutzen, geben wir uns mehr Raum, Erfahrungen zu sammeln oder Fehler zu machen und zu lernen. Oder anders gesagt: «Der Weg zum Lernen muss mit Fehlern übersät sein. Wenn man das akzeptiert, befreit man sich von den Fesseln der Perfektion.»
     
  • Gesündere Beziehungen – vertrauensvolle Zusammenarbeit: Streben wir eine Zusammenarbeit an, die auf gegenseitigem Vertrauen basiert, bedeutet dies, dass wir unser ganz wertvolles Selbst in die Beziehung einbringen müssen und nicht nur unsere Unsicherheiten.

Quelle und zum Vertiefen: So stärken Sie Ihr Selbstwertgefühl von Stefanie Stahl


Jeder Mensch ist ein Wunder.

(Antoine Saint-Exupéry)

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Führung und Blinde Flecken

Nach meinen und möglicherweise auch nach Ihren Erfahrungen haben wir alle Blinde Flecken. D.h. wir sehen oft nicht das ganze Bild bzw. einiges nicht, was andere sehen oder interpretieren unser Verhalten, unsere Kommunikation anders, als es beim Gegenüber ankommt.

Was sind Blinde Flecken?

Das was wir an uns selbst nicht wahrnehmen können oder wollen, werden als blinder Fleck bezeichnet. Die beiden amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham haben dazu ein Modell entwickelt: das Johari-Fenster.
Ob es sich dabei um eine Person handelt, ein Team oder eine Organisation überall können sich blinde Flecken einschleichen. Oder anders gesagt, das Selbstbild stimmt nicht mit dem Fremdbild überein.

Auswirkungen von Blinden Flecken

Unsere blinden Flecken können zu unangemessenen Einschätzungen, Verhaltensweisen oder Entscheidungen führen. Wenn beispielsweise jemand in einer konkreten Situation nicht realisiert, dass er oder sie sich wie ein Elefant benimmt, sich jedoch wie ein entspannter und zu Spässen aufgelegter Mensch fühlt, wird er oder sie sich vielleicht wundern, dass das Gegenüber anders reagiert als erwartet.

Blinde Flecken im Führungsalltag – Beispiele

Führungspersonen sehen sich als Teil des Teams

Gerade Führungspersonen, welche vor Übernahme der Führungsrolle Teil eines Teams waren, können sich schwertun, nicht mehr Teil des Teams zu sein. Sie suchen weiterhin die Nähe des Teams und füllen damit ihre neue Rolle nicht aus. Für das Team gibt es Irritationen, weil sie wissen, dass er oder sie nun der neue Chef bzw. die neue Chefin ist. Sie diese Person jedoch nicht in dieser Rolle wahrnehmen können.
Teammitglieder können darauf unterschiedlich reagieren: mit Unverständnis, Kritik an der Führungsperson, sich abwenden vom ehemaligen Kollegen, selbst Führung übernehmen und damit das Vakuum ausfüllen usw.

Führungspersonen verstehen nicht, warum die Mitarbeitenden nicht mitmachen

Führungspersonen sind gefordert, immer einen Schritt voraus zu sein und die Ziele oder das Big Picture im Auge zu behalten. Ist der Fokus nur nach vorne gerichtet, geht leicht vergessen, die Mitarbeitenden mitzunehmen und immer wieder zu prüfen und zu verstehen, wo sie zurzeit stehen und was sie für den nächsten Schritt brauchen. Führungspersonen können so leicht nicht nur einen Schritt voraus sein, sondern mehrere. Der Anschluss wird so von beiden Seiten verpasst. Aussagen von Führungspersonen können in solchen Momenten sein: «ich tue ja alles, aber es kommt nichts zurück…»

Führungsperson weiss schon alles

Eine Führungsperson, welche mit der Einstellung «ich weiss das schon» unterwegs ist, kann andere Menschen abschrecken. Diese Person meint es nicht per se böse oder abwertend. Mitarbeitende oder Kollegen können jedoch schnell den Eindruck gewinnen, dass diese Person, an der Sicht anderer nicht interessiert ist oder sich gar über diese stellt. Groll und Ärger entwickeln sich und irgendwann hören auch die Mitarbeitenden oder die Kollegen nicht mehr genau hin und weitere Missverständnisse sind vorprogrammiert. Die Führungsperson landet dann bei ihren Kollegen oder Mitarbeitenden in der Schublade «arrogant», «überheblich» oder «allwissend». Eine offene Kommunikation wird schwierig und die Missverständnisse und Ärgernisse häufen sich.

Blinde Flecken haben eins gemeinsam: unreflektiert ist man ihnen ausgeliefert!


Was tun?

Blinde Flecken sind für Führungspersonen, Teams wie auch Organisationen Lernchancen. Ist man gewillt, das eigene Verhalten, die eigene Kommunikation selbst zu reflektieren oder sich dem Feedback anderer (Mitarbeitenden – Kollegen – Kunden – usw.) zu stellen, bieten sie ein grosses Potential persönlich und gemeinsam zu wachsen.

Selbstreflexion

Für das Erforschen der eigenen «Blinden Flecken» helfen Reflexionsfragen, wie die folgenden:

  • Welche Werte sind mir wichtig und wie lebe ich diese? Wie lebe ich sie, wenn ich im Stress bin? Und was davon kommt bei den Mitarbeitenden oder anderen Menschen an?
  • Was liegt mir bei meiner beruflichen Tätigkeit nicht oder mit was tue ich mich schwer, muss ich mich übermässig anstrengen, mache ich vielleicht sogar Fehler oder schiebe es hinaus?
  • Was oder wem gehe ich aus dem Weg (Personen, Konflikte, Tätigkeiten, Situationen usw.)?
  • Wie kann man mich provozieren oder zumindest dazu verleiten, dass ich mich aufgewühlt fühlen?
  • Welche Verhaltensweisen anderer sind für mich schwierig oder ich kann gar nicht damit umgehen? Was tue ich in solchen Situationen?
  • Welche persönlichen Schwächen versuche ich geheim zu halten? Und wie verhalte ich mich, wenn ich mich doch gegenüber anderen Personen in diesem Thema zeigen sollte?
  • Was wurde mir dazu von anderen Menschen schon zurückgemeldet?
  • (Beispiel: als Führungsperson nicht gerne vor Leuten sprechen; Verhalten: leise und schnell sprechen oder stottern; Rückmeldung: lauter sprechen, Sätze fertigmachen, zittern beim Reden etc.)

Feedback

Hilfreich für die persönliche Weiterentwicklung kann auch sein, Feedback bei anderen einzuholen. D.h. um mehr über sich selbst zu erfahren und zu lernen, können andere Menschen, das Team oder die Umwelt wertvolle Hilfe leisten.

Beobachten und Fragen

In der Regel spiegelt sich unser Verhalten oder unsere Kommunikation im Gegenüber, im Team oder im Umfeld. Zum einen können wir dies wahrnehmen und zum anderen aktiv erfragen. Dies gibt Informationen und Möglichkeiten, das eigene Verhalten zu überprüfen und bewusst zu entscheiden, was verändert werden soll und wie es verändert werden kann.

Hilfreich ist die Selbstreflexion und das Einholen von Feedback auch, um sich über die eigenen Schwächen, eingeschränkten Blickwinkel, Empfindlichkeiten im Klaren zu sein, darauf weniger emotional zu reagieren und selbstgestärkter unterwegs zu sein.


Nur Persönlichkeiten bewegen die Welt, niemals Prinzipien.

(Oscar Wilde)